Das ist passiert: Mehrere Besucherinnen beschwerten sich am vergangenen Sonntag über eine Person mit «starker Körperbehaarung und Penis, verdeckt durch einen Stringtanga» im FKK-Frauenbereich des Freibads Marzili in Bern. Die besagte Person widersetzte sich den polizeilichen Massnahmen und wurde abgeführt.
Im Nachgang stellte die Stadt Bern klar, dass die Person sich im Frauenbereich aufhalten dürfe. In Zweifelsfällen gelte das amtlich eingetragene Geschlecht. Die Person sei in ihrem Ausweis als Frau ausgewiesen – allerdings weigerte sich die Person, gegenüber der Polizei oder dem Badi-Personal einen Ausweis vorzulegen, wie die Berner Kantonspolizei erklärte.
Ständerätin Marianne Binder ärgert sich über den Vorfall im Berner Freibad Marzili. Das Gesetz würde zwar «Transmenschen bessere Rechte» verschaffen. Aber, «nicht auf Kosten von klassischen Frauenräumen».
Der Löli-Faktor: Passiert ist das, wovor vorwiegend rechte Frauenbewegungen gewarnt hatten. Mit der Gesetzesänderung von 2020 kann jede Person für 75 Franken «unbürokratisch» ihr Geschlecht im Pass ändern lassen. Anforderung bestehen keine. Damit bleibt den Behörden nur wenig Spielraum: Als Frau gilt, wer gemäss Pass eine Frau ist. Alles andere würde der Gesetzesänderung widersprechen. Und: Mit der Erfassung des «Geschlechts» in die Strafnorm gegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass (auch bekannt als Anti-Rassismusstrafnorm) könnten Transsexuelle bei Verweigerung des Zugangs zu Frauenräumen eine Strafanzeige einreichen.
Möglich wurde dies auch durch Mitte-Politikerin Marianne Binder.
- Der Vorschlag kam mit 128 Ja zu 54 Nein und 13 Enthaltungen im Nationalrat durch.
- Damals noch Nationalrätin Marianne Binder stimmte in der Schlussabstimmung der Vorlage zu.
- Ärgern kann sich Binder also nur über sich selbst.

Wie sie es wiedergutmachen kann: Über die Sommerferien soll sich Marianne Binder einen Besuch im Marzili gönnen. Mit Blick auf das Bundeshaus kann sie die Zeit nutzen und einen Vorstoss für die nächste Herbstsession vorbereiten. Der Geschlechtseintrag im Pass sollte nämlich wieder objektiven Wahrheiten entsprechen – also den körperlichen Geschlechtsmerkmalen – und nicht der subjektiven Wahrnehmung von tangatragenden Männern. Dieses Medium würde Sie dafür zur Heldin des Tages ernennen.
Ein Lob gehört sich trotzdem: Ein guter Politiker kommt auf Fehlentscheide aus der Vergangenheit zurück und korrigiert diese. Das darf man Marianne Binder durchaus beim Schutz von Frauen und jungen Mädchen zusprechen. Mit ihrem Vorstoss für ein Verbot von Kinderkopftüchern in Schulen und Kitas hat die Aargauer Ständerätin dies unter Beweis gestellt.