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Hat China Zukunft? Ein skeptischer Blick auf den Drachen, der noch fliegt und Feuer spuckt.

Chinas Wirtschaft wächst langsamer, die Bevölkerung altert, das Finanzsystem ist angespannt, und der Konsum bleibt schwach – zugleich leidet das internationale Ansehen des Landes. In einem aufschlussreichen Artikel in *Foreign Affairs* analysiert die China-Expertin Francesca Ghiretti die s ...

Hat China Zukunft? Ein skeptischer Blick auf den Drachen, der noch fliegt und Feuer spuckt.
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Die Fakten: Chinas Wirtschaft wächst langsamer, die Bevölkerung altert, das Finanzsystem ächzt, der Konsum stottert, der Ruf des Landes leidet.

Warum das wichtig ist: China ist die Sensation des 21. Jahrhunderts. Nun steckt es in der Krise. Ist sein Modell überholt?

In einem bemerkenswerten Aufsatz in der Zeitschrift Foreign Affairs, der Hauspostille sozusagen des aussenpolitischen Establishments der USA, hat die italienisch-britische Wissenschaftlerin Francesca Ghiretti die interne Lage Chinas analysiert. Ghiretti arbeitet in der europäischen Filiale der RAND Corporation, einem Think Tank, der weitgehend vom Pentagon finanziert wird.

Bemerkenswert, weil Ghiretti so gar nicht diese schönfärberische oder sagen wir: geblendete Darstellungvon China teilt, wie sie so manche Manager und Unternehmer, auch schweizerische, verbreiten:

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Ghiretti vermag den milden China-Optimismus nicht ganz nachzuvollziehen – und stützt sich dabei ausgerechnet auf die offiziellen Berichte der Chinesen selbst. Ghiretti gilt als China-Kennerin, sie spricht Mandarin. In ihren eigenen Studien erzählen die Chinesen recht offen von ihren Sorgen und Miseren, und das muss man anerkennen: durchaus ungeschminkt.

Wenn auch die Selbstdiagnose der Chinesen zutrifft und wie erwähnt: schmerzfrei vorgenommen wird, bleiben die gleichen Chinesen an der Oberfläche, wenn es darum geht, die Ursachen zu ergründen.

Trotzdem greift das alles kurz. In den Augen von Ghiretti sind es die strukturellen Rahmenbedingungen, die sich das Regime selbst gegeben hat, die das chinesische Erfolgsmodell untergraben.

Es ist paradox: Je mehr das Regime die Bise spürt, desto mehr vertraut sie auf den Staat, ohne sich bewusst zu sein, dass gerade der Staat die ungünstigen Winde ausgelöst hat.

Ghiretti vergleicht China mit anderen grossen Reichen der Geschichte – und hier wird es besonders interessant – wie etwa dem British Empire oder der Sowjetunion, die allein wegen ihrer Grösse und ihres vergangenen Erfolgs ausserstande waren, sich strukturell zu erneuern

Liest man sie richtig, auch wenn sie explizit nicht so sagt, dann sieht sie eher schwarz, was die Zukunft Chinas anbelangt. Der Etatismus, der Sozialismus verbunden mit etwas Markt, das alte Modell, hat wohl ausgespielt, zumal der Markt immer mehr zurückgedrängt wird.

Deng Xiaoping war da pragmatischer. Ob Markt oder Sozialismus, das war ihm einerlei, er gab sich farbenblind:

«Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiss ist – Hauptsache, sie fängt Mäuse

Ich wünsche Ihnen ein geruhsames Wochenende
 

Markus Somm


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