Ganz knapp: →
Der Begriff „Krieg“ wird inflationär verwendet und verliert an Bedeutung, während geopolitische Spannungen zunehmen. Die Fußball-WM in den USA wird als Verlagerung des Kriegsschauplatzes ins Stadion betrachtet, wobei Iran und Mexiko in den Fokus geraten. Kritische Anmerkungen zu den Grenzkontrollen und der Stimmung während der WM werden geäußert. Kommerzialisierung und Machtspiele stehen im Vordergrund des internationalen Fußballs, nicht der Sport selbst. Gianni Infantino profitiert politisch von der WM-Teilnehmererweiterung und von seiner Beziehung zur US-Regierung.
«Krieg dem Kapitalismus!», «Krieg dem Patriarchat!», «Krieg den Hämorrhoiden!»: In Zeiten, als wir in Europa tiefenentspannt von der Friedensdividende zehren durften und bewaffnete Konflikte bestenfalls aus dem TV kannten, wurde der Begriff «Krieg» geradezu inflationär, kontextbefreit und mitunter ziemlich pietätlos verwendet. Sogar in der an sich friedlichen Yoga-Stunde musste ich mich jeweils durch die anstrengenden «Krieger»-Varianten quälen, was meine Muskeln und meinen Gleichgewichtssinn zuweilen gehörig an den Anschlag brachte.
Heute ist Krieg auch im friedensverwöhnten Westen wieder zur Realität geworden, in der Ukraine, gerade mal zwei Flugstunden von Zürich-Kloten entfernt. Ein Angriff Russlands auf ein NATO-Mitglied scheint nicht mehr unwahrscheinlich. Kein Wunder, rüsten die meisten europäischen Staaten auf wie von der Tarantel gestochen (oder sagen zumindest, dies tun zu wollen). Ausser die Schweiz, wo Sicherheitspolitik mehr als buchhalterische Übung verstanden wird.