Zum Inhalt springen

Das iPhone und die sinkende Geburtenrate

Seit 2007 ist die Geburtenrate in den USA um 22 Prozent gesunken, und eine Studie des NBER legt nahe, dass das iPhone einen erheblichen Anteil daran hatte. Mithilfe eines natürlichen Experiments – basierend auf der exklusiven Verfügbarkeit des iPhones über AT&T – zeigen die Forscher, dass ...

Das iPhone und die sinkende Geburtenrate
Veröffentlicht:

Die Fakten: Die Geburtenrate in den USA ist seit 2007 um 22 Prozent gefallen. Ökonomen, Demografen und Gesundheitsexperten suchen seit Jahren nach einer überzeugenden Erklärung. Eine neue Studie, publiziert beim National Bureau of Economic Research (NBER), kommt zu einem überraschenden Schluss: Das iPhone könnte einen erheblichen Teil dieses Rückgangs verursacht haben. 

Das Wichtigste in Kürze: Die Autoren nutzen die exklusive Partnerschaft zwischen Apple und dem Telekom-Anbieter AT&T von 2007 bis 2011 als natürliches Experiment. In dieser Zeit war das iPhone in den USA nur über das Mobilfunknetz von AT&T nutzbar. Regionen mit guter AT&T-Abdeckung hatten deshalb früher und besseren Zugang zum iPhone als andere Regionen. Die Forscher vergleichen Geburtenentwicklungen zwischen diesen Regionen mit anderen ohne AT&T-Angebot.

Sponsored Content
Entspannt weiter fahren
Der Leapmotor B10 Hybrid EV fährt immer elektrisch – nimmt aber für lange Strecken einen Benzinmotor als Stromgenerator mit. Dank dieser Kombination gehört Reichweitenangst der Vergangenheit an ohne dass auf das dynamische Fahrgefühl eines Elektroautos verzichtet werden muss.

Die Ergebnisse: Die Verbreitung des iPhones führte laut Studie zu einem deutlichen Rückgang der Geburtenraten – unterschiedlich je nach Altersgruppe:

Die stärksten Effekte zeigen sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Die Zahl: Nach Berechnungen der Autoren erklärt das iPhone zwischen 33 und 52 Prozent des Rückgangs der allgemeinen Geburtenrate zwischen 2007 und 2011.

Wie soll das funktionieren? Die Forscher sehen drei mögliche Mechanismen:

1. Weniger persönliche Kontakte: Smartphones verdrängen Treffen mit Freunden und potenziellen Partnern.

2. Mehr Zugang zu Verhütungs- und Abtreibungsinformationen.

3. Mehr Pornografiekonsum, der sexuelle Kontakte teilweise ersetzt. 

Die Indizien: Parallel zur Smartphone-Verbreitung beobachten die Autoren, dass mit dem Smartphone besonders junge Erwachsene deutlich weniger Zeit mit Freunden verbringen, dafür mehr Zeit allein. Zudem kam es zu weniger sexueller Aktivität, stärkerer Nutzung von Verhütungsmitteln, steigendem Pornografiekonsum und zunehmenden psychischen Belastungen bei jungen Erwachsenen.

Die Einordnung: Die Studie behauptet nicht, dass das iPhone allein den Geburtenrückgang verursacht hat. Sie argumentiert jedoch, dass Smartphones ein wichtiger Auslöser eines grundlegenden Wandels im Sozialleben junger Menschen waren. Die Autoren sehen ihre Ergebnisse als empirische Bestätigung der These, dass die Smartphone-Revolution Dating, Freizeitverhalten und Sexualität tiefgreifend verändert hat.

Was man wissen muss: Die Studie ist ein NBER-Working Paper und ist bisher nicht peer-reviewed. Die Autoren messen den Effekt über regionale Unterschiede bei der Netzabdeckung und nicht über individuelle Smartphone-Nutzung. Die Ergebnisse zeigen starke Zusammenhänge und nutzen ein ausgefeiltes quasi-experimentelles Design, beweisen aber nicht jeden einzelnen Wirkungsmechanismus direkt.

Das Fazit: Die Studie liefert die bislang wohl stärkste empirische Evidenz dafür, dass die Smartphone-Revolution nicht nur Kommunikation und Medienkonsum verändert hat, sondern auch einen erheblichen Teil des historischen Geburtenrückgangs in den USA erklären könnte.