Ganz knapp: →
Zivildienst wird oft als moralisch überlegen dargestellt, was eine populistische Sichtweise ist. Der Zivildienst ist ursprünglich für Menschen mit Gewissenskonflikten gedacht und sollte nicht mit allgemeinem Gemeinschaftseinsatz gleichgesetzt werden. Der Anstieg an Zivildienstleistenden wird durch wirtschaftliche Anreize und ein attraktives „Geschäftsmodell“ für die Dienstleistenden und Einsatzbetriebe begünstigt. Veränderungen im Zivildienstgesetz sollen Fehlanreize beseitigen und die Wehrgerechtigkeit herstellen. Es wird ein Ungleichgewicht zwischen Zivildienst und Militärdienst kritisiert, das der Kampfkraft und dem Milizprinzip schadet.
Dies gelesen: «Wir dürfen junge Menschen nicht davon abhalten, sich für die Gemeinschaft einzusetzen.» (Quelle: SP Schweiz)
Das gedacht: Linke Populisten sind einfach zu erkennen: Immer geht es um die Moral. Sie verkaufen sich als die besseren Menschen, sie retten die Welt und sind als Einzige dem Gemeinwohl verpflichtet.
Eine Haltung, der wir auch im Zusammenhang mit der Revision des Zivildienstgesetzes begegnen. Zivildienstleistende, so die Gegner der Vorlage, setzen sich für die Gemeinschaft ein. Dies im Gegensatz zu allen jenen, die statt in den Zivildienst in die Armee eingeteilt werden – so der logische Umkehrschluss.
In zweifacher Hinsicht Unsinn.
- Erstens: Kein Einsatz für die Gemeinschaft wiegt schwerer als die Bereitschaft, im Ernstfall als Soldat für das eigene Land einzustehen.
- Zweitens: Der Zivildienst wurde als Ausnahmeregelung für Dienstpflichtige eingeführt, die den Militärdienst nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Es geht um eine höchst persönliche Entscheidung und nicht um die Gemeinschaft.
