Ganz knapp: →
Die AfD erfreut sich seit fünf Jahren wachsender Popularität. Medienversuche, die Partei zu dämonisieren, führten zu einer Stärkung ihrer Glaubwürdigkeit. Die Pandemie verstärkte das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber etablierten Medien. Der Begriff der "moralischen Panik" beschreibt, wie Randfiguren wie die AfD zur zentralen Bedrohung inszeniert werden. Fehlinformationen, wie die Correctiv-Recherche über ein geheimes Treffen, führten zu Vertrauensverlust und stärkten die AfD-Rhetorik. Die Medien übernehmen oft Strategien der AfD, anstatt diese zu ignorieren oder zu bekämpfen. Der Versuch, die AfD durch politische oder journalistische Brandmauern zu isolieren, ist gescheitert.
Die AfD ist seit fünf Jahren im Aufwind – und dieser Aufwind lässt sich kaum bremsen. Was viele nicht daran hinderte, es trotzdem zu versuchen. Doch sie bewirkten vor allem das Gegenteil.
Beispiele dafür gibt es viele, aber wenige schlugen so ein wie das Spiegel-Cover mit Ulrich Siegmund von Mitte August. Es zeigte den AfD-Spitzenkandidaten im Fahndungsplakat-Look mit der Schlagzeile: «Der gefährlichste Mann Deutschlands». Was die Magazin-Macher mit diesem Titel beabsichtigten, ist nicht klar. Klar ist nur, dass es für Siegmund eine Steilvorlage war: Das Cover ging viral, der Politiker unterschrieb es für Fans landauf landab. Auf Ebay erzielten signierte Exemplare sogar Spitzenwerte von bis zu 1010 Euro pro Stück.
