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Wenn die Heimat verschwindet

Wenn die Heimat verschwindet
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Der Abriss vertrauter Häuser führt zunächst zu Wehmut, wird jedoch schnell zur Normalität. Der Bau neuer, unästhetischer Mehrfamilienhäuser verdrängt die ursprüngliche Bebauung. Zuwanderer ziehen in die neuen Wohnungen, was den Verlust der Heimat weiter verstärkt. Viele Menschen fühlen sich durch die ständige Veränderung und Zubetonierung entfremdet. Der Text plädiert für das Bedürfnis nach einem beständigen Zuhause und kritisiert den Verlust von Charme und Identität in Wohnquartieren.

Ein Freund von mir hat es einmal so beschrieben: Wenn in der Strasse, wo ich seit Jahren wohne, ein vertrautes Haus abgerissen wird, dann nehme ich das vielleicht mit etwas Wehmut zur Kenntnis. Mag sein, dass ich gar froh bin, zumal das Haus etwas schitter aussah, oder die Nachbarn, die darin lebten, mir auf die Nerven gingen. Zu laute und zu freche Kinder. Endlich ziehen sie weg, nachdem man ihnen buchstäblich den Teppich unter den Füssen weggezogen hat.

 

Dann folgt die zweite Zerstörung, als das Haus der Meiers weggeräumt wird – auch dieses Mal zucke ich mit den Schultern, und fahre zur Arbeit. Ein Jahr später fahren die Baumaschinen wieder auf. Jetzt stehen gerade zwei Häuser auf dem Menü: ältere, prächtige Villen mit viel Umschwung, also hohen Bäumen, die ich immer geschätzt habe, wenn der Wind in sie hineinfuhr und ein gruseliges Geräusch erzeugte. Muss das sein? Es musste.

 

Innert Wochen wuchert an der gleichen Stelle ein banales Mehrfamilienhaus in die Höhe wie ein Geschwür. Sie wissen, was ich meine: Eckige Würfel im Lego-Stil, wie sie alle jüngst diplomierten ETH-Architekten auswerfen wie Exkremente des schlechten Geschmacks. Diese Ausbildung zur hässlichsten Baukunst seit der Steinzeit haben übrigens wir Steuerzahler bezahlt. Sadomaso der Bildungspolitik.

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