Ganz knapp: →
Seit Sonntag Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock. Baden hat eine über 2000-jährige Geschichte des Badens und der Diplomatie. Berühmte Thermalquellen zogen bereits im Mittelalter Diplomaten und Könige an. Baden war ein gebräuchlicher Ort für Tagssatzungen der alten Eidgenossenschaft. Luxuriöse und gesellige Atmosphäre: Essen, Trinken und soziale Interaktionen der Delegierten. Hohe Sicherheitskosten und Einschränkungen während der aktuellen Verhandlungen. Historische und kulturelle Bedeutung von Baden als ein Zentrum des internationalen Austauschs.
Die Fakten: Seit Sonntag verhandeln die USA mit dem Iran auf dem Bürgenstock. Iran spricht von «Fortschritten».
Warum das wichtig ist: OK, das Hotel gehört Katar, und Katar vermittelt. Und doch hat das eine lange Tradition: Diplomaten lieben die schönen Orte. Eine kleine Kulturgeschichte.
Wer heute nach Baden kommt und sich fragt, falls er es überhaupt weiss, warum diese kleine Stadt gut 300 Jahre die faktische Hauptstadt der alten Eidgenossenschaft war (1291-1798), sollte sich in die Grossen Bäder begeben:
- Zum Beispiel ins Fortyseven, dem grössten, offiziellen Bad. Hier bestellt man für sich und seine Begleiterin am besten einen Champagner, um sich dann mit dem Glas in den warmen Aussenpool zu setzen (was man darf) und die «Goldwand» zu bestaunen, ein steiler Rebberg, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Limmat in die Höhe zieht.
- Das Wasser, in dem man sich nun behaglich treiben lässt, stammt aus natürlichen Thermalquellen; ein paar liegen gar im Untergrund der Limmat, wo das Wasser aus der Erde schiesst – mit einer Temperatur von 47 bis 48 Grad Celsius, daher der neudeutsche Name des Bades.
- Was allerdings manchen Besuchern kaum bewusst ist: In Baden wird seit mehr als 2000 Jahren gebadet. Hier badeten die Kelten und die Römer, dann Kaiser, Könige, Kardinäle, aber auch Nonnen, Mönche, Prostituierte, Diplomaten, Generäle, Glücksritter – und die «Boten», wie die Delegierten der 13 Orte der alten Eidgenossenschaft hiessen. In der Regel handelte es sich um die mächtigsten Politiker jedes Kantons.