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Theodor Herzl: «Ich sagte immer, der Staat solle weltlich sein»

Theodor Herzl: «Ich sagte immer, der Staat solle weltlich sein»
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Die systematische Vernichtung von Juden im Nationalsozialismus verstärkte Herzls Überzeugung vom Bedarf eines jüdischen Staates. Antisemitismus wird von Herzl als ein persistentes zivilisatorisches Problem betrachtet, das politische Lösungen erfordert. Die Gründung eines eigenen Staates wird als notwendige nationale Frage für das jüdische Volk angesehen. Der Name "Israel" wird als historisch und kulturell bedeutsam erachtet, während pragmatische Entscheidungsfindung im Vordergrund steht. Herzl befürwortet eine demokratische Ordnung in Israel, solange sie durch Bildung und Vernunft geleitet wird. Er setzt sich für Gleichheit aller Religionsgemeinschaften in Israel ein und lehnt Theokratie ab. Die Verantwortung zur Verteidigung des Staates sollte von allen Bürgern getragen werden, ungeachtet ihrer religiösen Zugehörigkeit. Begegnungen mit arabischen Nachbarn sollten auf Diplomatie und gemeinsamen Nutzen ausgerichtet sein.

Nebelspalter: Herr Herzl, zwischen 1941 und 1945 hat die damalige nationalsozialistische Regierung Deutschlands im Rahmen ihrer «Endlösung der Judenfrage» sechs Millionen Juden ermordet. Hat ein solcher Albtraum Sie veranlasst, die Juden zum Verlassen von Europa und zur Bildung eines eigenen Staates aufzurufen?


Theodor Herzl: Ich sah die Gefahr, doch nicht ihr volles Ausmass. Ich war überzeugt, man werde uns nicht in Ruhe lassen. Doch die planmässige Vernichtung unseres ganzen Volkes – in solcher Form, mit solcher Kälte –, das überstieg, was ich mir vorzustellen vermochte.

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