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Stromverluste wegen Restwassermengen grösser als befürchtet

Stromverluste wegen Restwassermengen grösser als befürchtet
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Axpo-Studie: Bis zu 7,5% weniger Wasserstrom bis 2050 aufgrund verschärfter Restwasserbestimmungen. Restwasser soll die Natur in Flüssen schützen, belastet jedoch die geplanten Wasserkraftproduktionen. Widersprüchliche Daten zu Waldbränden in Europa zwischen Studien der Plattformen "Our World in Data" und "Copernicus". Direkte Luftabscheidung (DAC) wird als ineffiziente Methode für Klimaschutz beurteilt, mit minimalen CO₂-Rückhaltemöglichkeiten bis 2050. Kritische Sicht auf die mediale Wahrnehmung und die Diskussion über Klimaschutzmaßnahmen und deren potenzielle wirtschaftliche Folgen.

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Axpo: Bis zu 7,5 Prozent weniger Wasserstrom wegen Restwasserbestimmungen

Worum geht es?

  • Der Verlust an Strom aus der Wasserkraft könnte den geplanten Ausbau dieser Form von Elektrizität bis 2050 mehr als zunichte machen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Energiekonzerns Axpo im Auftrag von Hydrosuisse, dem ehemaligen Schweizerischen Wasserwirtschaftsverband (siehe hier).
  • Denn im Zuge der absehbaren Neukonzessionierungen vieler Wasserkraftwerke müssen strengere Umweltauflagen berücksichtigt werden. Konkret ist mehr sogenanntes Restwasser vorgeschrieben, das nicht zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Dieses Restwasser dient dem Überleben der Natur in den Bach- und Flussläufen unterhalb der Stauseen. 
  • Die Pläne des Bundes im Rahmen der Energiewende sehen vor, bis 2050 dank Neu- und Ausbauten von Wasserkraftwerken jährlich 1,8 Terawattstunden mehr als heute zu gewinnen, nämlich insgesamt 39,2 Terawattstunden.
  • Doch laut der Axpo ist zu erwarten, dass im Minimum 1,47 Terawattstunden Strom wegen der neuen Bestimmungen wegfallen. Das wären fast vier Prozent der angestrebten Produktion aus Wasserkraft.
  • Falls die Behörden auch strengere Vorgaben zum Schutz von Fischen verhängen, könnte das jährliche Minus bis 2050 aber 1,89 Terawattstunden oder fast fünf Prozent betragen. Käme noch ein stärkerer Schutz von Auenlandschaften hinzu, wären es gar 2,94 Terawattstunden oder 7,5 Prozent der angestrebten Wasserkraftproduktion, die ausfallen würden.
  • Die Axpo widerspricht mit diesen Zahlen einer Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), der Universität Bern und der ETH-Institution Eawag vom letzten Februar (siehe hier). Diese Studie kam zum Schluss, dass die erwartbare Minderproduktion bis 2030 nur knapp zwei Prozent betrage. Gemäss der Axpo beruhte diese Berechnung aber auf praxisfremden Annahmen.
  • Die Produktionsverluste bedeuten, dass mittels Neu- und Ausbauten von Wasserkraftwerken im Minimum zusätzliche 3,27 Terawattstunden erzeugt werden müssen, um die angestrebten jährlichen 39,2 Terawattstunden doch noch zu erreichen. Das entspricht der Produktion von fünf neuen, grossen Rheinkraftwerken. Tritt nicht der beste Fall ein, muss die Produktionssteigerung gar noch höher ausfallen.     
  • «Die heutigen Gewässerschutzanforderungen sind nicht vereinbar mit den energiepolitischen Zielen der Schweiz», hielt Nadia Semadeni als Leiterin der Axpo-Abteilung Umwelt gegenüber der NZZ fest (siehe hier).