Ganz knapp: →
Diee ist die stärkste Kraft in Berlin mit über 25 Prozent der Stimmen. Antisemitismusvorwürfe und der Zulauf junger, politisierter Mitglieder sind Themen der Partei. Henryk Broder sieht die Partei als extremistisch und als Erbin der SED. Antisemitismus wird als Teil des politischen Programms der Partei betrachtet, nicht als Randphänomen. Die Partei zieht zunehmend junge Migranten an, deren Haltung gegen Israel als parteiübergreifend gesehen wird. Grüne und SPD könnten sich trotz Antisemitismus mit der Partei arrangieren, um politische Macht zu erhalten. Teile Berlins gelten bereits als No-Go-Areas für Juden, und diese Situation könnte sich künftig verschärfen.
Die Fakten: Die Linke gewinnt die Berliner Abgeordnetenhauswahl mit über 25 Prozent und wird stärkste Kraft vor CDU, AfD und Grünen.
Warum das wichtig ist: Der Wahlsieg fällt in eine Zeit, in der die Linke mit wiederholten Antisemitismusvorwürfen konfrontiert ist – von Aufrufen zur Intifada auf Wahlkampfbühnen bis zu einem massiven Zulauf junger, durch den Gazakrieg politisierter Mitglieder.
Henryk Broder sieht darin kein Randproblem, sondern ein strukturelles: Eine Partei, die möglicherweise Berlin regiert, hat aus seiner Sicht ihre Abgrenzung nach links aussen und zum Antisemitismus nicht geklärt. Das macht die Frage, wie eine mögliche Koalition mit dieser Vergangenheit umgeht, zur zentralen Weichenstellung – nicht nur für die Berliner Landespolitik, sondern für das Sicherheitsgefühl jüdischer Berlinerinnen und Berliner.