Ganz knapp: →
Mehr als 52 Prozent der Wähler stimmen für einen erschwerten Zugang zum Zivildienst. Die Reform korrigiert Missstände, hat aber nur geringe Auswirkungen auf die Attraktivität des Militärs. Viele Wähler, die eine starke Armee unterstützen, lehnten die Maßnahmen ab, da sie den Zivildienst nicht unattraktiver machen wollen. Eine Diskussion über den Zweck des Zivildienstes und dessen Rolle in der Gesellschaft fand nur begrenzt statt. Das knappe Abstimmungsergebnis sollte als Lernchance für zukünftige Schritte zur Stärkung der Armee genutzt werden.
Die Fakten: Gut 52 Prozent stimmen für einen erschwerten Zugang zum Zivildienst.
Warum das wichtig ist: Wer eine glaubhaft verteidigungsfähige Schweiz will, dem sollte das knappe Ergebnis zu denken geben.
Die Einordnung: Von einer Verschärfung zu sprechen, ist beinahe schon eine Übertreibung. Es ging nicht um die Abschaffung des zivilen Ersatzdienstes oder um eine Halbierung der «Zivi»-Plätze, nicht einmal darum, die Gewissensprüfung wieder einzuführen. Die sechs Massnahmen, die das neue Gesetz vorsieht, um den Zivildienstzugang zu erschweren, sind in erster Linie eine Korrektur von Missständen, beispielsweise, dass zu viele Medizinstudenten Zivildienst leisten, obwohl sie in der Armee dringend gebraucht würden. Diese Missstände können nun zwar behoben werden, aber viel mehr wird die Reform nicht bewirken. Zwar wird es etwas unattraktiver, als bereits ausgebildeter Soldat noch «Zivi» zu werden, doch grundsätzlich bleibt der Zivildienst als frei wählbare Alternative zum Militärdienst bestehen.
