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Johann Wadephul, deutscher Aussenminister, besucht unsere Botschafterkonferenz. Ist das nötig? Vom aussenpolitischen Sittenzerfall.

Johann Wadephul, deutscher Aussenminister, besucht unsere Botschafterkonferenz. Ist das nötig? Vom aussenpolitischen Sittenzerfall.
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Die Botschafterkonferenz in Bern besteht seit 1887, Gastgeber ist der deutsche Außenminister Johann Wadephul. Der Trend, ausländische Minister einzuladen, wurde als problematisch angesehen, da er die Neutralität und den internen Fokus der Konferenz untergräbt. Es wird befürchtet, dass Deutschland als EU-Mitglied versucht, Einfluss auf die Schweiz auszuüben, besonders in Hinblick auf zukünftige bilaterale Verhandlungen. Historisch wurde die Konferenz einst nur für Schweizer Diplomaten abgehalten, die ersten Teilnehmer waren 1887 nur fünf Gesandte. Der Artikel reflektiert über die Veränderungen in der Schweizer Diplomatie und die neuartigen Herausforderungen in einer komplexeren, vernetzten Welt.

Die Fakten: Zur Zeit findet in Bern die Botschafterkonferenz statt. Stargast: der deutsche Aussenminister.
Warum das wichtig ist: Die Konferenz gibt es seit 1887. Dass aber ausländische Minister unsere Diplomaten unterrichten, ist eine jüngere Verirrung.

 

 

 

Nichts gegen Johann Wadephul: der deutsche Aussenminister der CDU mag ein angenehmer Mensch sein, auch wenn er in Berlin wenig zu sagen hat, – im Vergleich zu seinen Vorgängern gilt er im Kabinett als untergeordneter «Mitarbeiter» (so nennt Bundeskanzler Merz dem Vernehmen nach seine Minister) – umso mehr dürfte er sich freuen, wenn ihm heute über hundert schweizerische Diplomaten an den Lippen hängen, in der Erwartung, etwas von der Weltpolitik zu erfahren, zumal Berlin aus Sicht des Marzili immer noch wie die Hauptstadt einer Grossmacht wirkt.