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Jean Ziegler starb im Alter von 92 Jahren in Genf. Er war ein bedeutender Intellektueller und talentierter Autor, der mit Widersprüchen in seinen politischen Überzeugungen lebte. Ziegler wurde für seine marxistischen Ansichten und seine Fähigkeit, Geschichten fesselnd zu erzählen, bewundert. Er stellte sich oft gegen das etablierte Bürgertum der Schweiz und war bereit, für seine Überzeugungen zu kämpfen. Trotz seiner Kritik an bestimmten politischen Ikonen blieb er eine umstrittene, aber beliebte Figur in der Literatur- und Politiklandschaft.
Die Fakten: Jean Ziegler ist im Alter von 92 Jahren in Genf gestorben.
Warum das wichtig ist: Er war ein grosser Intellektueller – mit allen Stärken und Schwächen dieses Berufs. Er unterhielt uns glänzend und erzählte viel Unsinn. Ich habe ihn geliebt.
Nachdem ich schon eine Biografie über Christoph Blocher, den alt Bundesrat der SVP, geschrieben hatte, kam ich auf den Gedanken, ebenso ein Buch über Jean Ziegler zu verfassen, den alt Nationalrat der SP.
- War es nicht das Kontrastprogramm? Hier der gescheite Erzkapitalist und rechte Bürgerliche, dort der gescheite Salon-Revolutionär und linke Sozialist. Schweizer beide, Patrioten auf eine eigenwillige Art: der erstere liebte dieses Land, indem er jene hasste, die ihn daran hinderten, es zu retten, der letztere liebte es, indem er vorgab, es zu hassen – und davon prächtig lebte.
- Dabei hatten sie lustigerweise einander gern. Instinktiv wussten sie wohl um eine Seelenverwandtschaft, die sie verband: beide waren oder sind erstklassige Polemiker, Spötter, die meistens geradewegs auf den Mann zielen, Charme besassen sie ebenso, wann immer sie jemanden um den Finger wickeln wollten.
- Schliesslich waren beide in ihrem Lager so halb wohlgelitten: Blocher ging vielen Bürgerlichen auf die Nerven, Ziegler brachte manchen braven Zimmerpflanzen-Sozialdemokraten aus der Fassung. Querdenker für die einen, Querulanten für die anderen, nur Blocher und Ziegler wussten, welche Rolle sie denn selbst bevorzugten.
