Ganz knapp: →
20 Kilometer Stau vor dem Gotthard löst sowohl Verachtung als auch Mitgefühl aus. Kritik richtet sich gegen Reisende und auch gegen die Berichterstattung der Medien. Anwohner der überlasteten Strassenabschnitte haben ein Recht auf Beschwerde und Gehör. Infrastrukturprobleme im Verkehr sind ungelöst, mögliche Lösungen sind umstritten (z.B. Tunnelgebühren, Ausbau des öV). Diskussion über Menschenrechte in Bezug auf Stau и mögliche Diskriminierung von Klaustrophobikern. Reisende in den Süden tun dies oft nicht freiwillig, sondern aufgrund der Reisebedingungen im ländlichen Italien. Kritik an den moralisch überlegenen Kommentaren in den Medien, die die Reisenden verurteilen.
20 Kilometer Stau vor dem Gotthard. Und schon geht es los: «Einfach nur krank!», «Geschieht ihnen recht!», «Habe überhaupt kein Mitleid». So tönt es aus den Kommentarspalten der Medien. Von den einschlägigen Redaktionen, die sonst alles zensieren, was angeblich Hass und Häme hervorrufen könnte (selbst erlebt), anscheinend gerne publiziert: In Hundertschaften fallen moralisch überlegene grün-rote Trolle über Deutschschweizer und ausländische Familien her, die bis zu drei Stunden in der Hitze schmoren. Frage: Wer sind hier die armseligeren Zeitgenossen?