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«Ich will mehr»: Der Hunger, der uns menschlich macht

Von Gastautor
«Ich will mehr»: Der Hunger, der uns menschlich macht
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Der Eurovision Song "Ich will mehr" spiegelt die universelle menschliche Sehnsucht nach Veränderung und Verbesserung wider. Menschen streben unaufhörlich nach mehr Liebe, Schönheit und Sinn, was sie von anderen Lebewesen unterscheidet. Materieller Besitz stillt den stetigen Durst nicht, der vielmehr eine existentielle Dimension annimmt. Der Mangel, wie er während der Sowjetzeit erlebt wurde, führte zu einer besonderen Wertschätzung für einfache Dinge und erzeugte eigene Rituale. Kreativität und Fortschritt sind Resultate des menschlichen Mangels, der als ontologisches Phänomen verstanden wird. Leontjeva feiert den Durst nach Erfüllung als Antrieb für die Menschheit, der im Song des Eurovision-Teilnehmers stark zum Ausdruck kommt.

Gastbeitrag von Elena Leontjeva, Vilnius
«Ich will mehr!» – Der Refrain des Songs von Lion Ceccah, der Litauen beim Eurovision Song Contest vertreten hat, scheint etwas Tieferes berührt zu haben als nur den Popgeschmack. Der Eurovision Song Contest ist glanzvolles Spektakel. Für ein paar Minuten wird der Song eines Landes zu seiner Stimme gegenüber der Welt. Und Litauens Stimme sagt dieses Jahr: Ich will mehr.