Ganz knapp: →
Feusi stellt fest, dass politische Eliten als überlegene Wissensvertreter agieren und damit die Selbstorganisation der Bürger gefährden. Er warnt vor einem zentralistischen Einfluss, der die Integration von Zuwanderern und die kulturelle Ordnung in der Schweiz beeinträchtigen könnte. Kritiker, einschließlich Trump-Anhänger, stellen nicht nur politische, sondern auch technische Expertise in Frage, was zu Desinformation führt. Die populistische Elitenkritik gefährdet die demokratischen Grundlagen und den öffentlichen Gebrauch der Vernunft, wie ihn Kant beschreibt. Es wird ein Unterschied zwischen Feusi's Kritik und der populistischen Sichtweise gemacht: Letztere untergräbt die Demokratie durch die Akzeptanz von Unwahrheiten.
Der kluge Artikel von Dominik Feusi im «Nebelspalter» vom 1. August 2026 hat mir bewusst gemacht, dass Eliten heute aus zwei ganz unterschiedlichen Richtungen in Frage gestellt werden.
Die erste Richtung ist die von Feusi behandelte: Er argumentiert gegen politische Eliten, wenn diese an ihre Überlegenheit und die des Expertentums glauben und daraus den Anspruch ableiten, Regeln für die übrige Bevölkerung aufstellen zu können. Diese Eliten gehen davon aus, dass wissenschaftliches Wissen über anderen Wissensansprüchen steht und deshalb fachliche Fragen – einschliesslich solche von politischer Tragweite – den wissenschaftlichen Experten zu überlassen seien. Diese wüssten besser, wovon sie sprechen. Dagegen stellt Dominik Feusi die gewachsene kulturelle Ordnung auf der Grundlage der Selbstorganisation der Bürger in der Schweiz. Daraus entstand und entsteht eine Gesetzgebung, die nicht «von oben» durchgesetzt, sondern «von unten» pragmatisch im Wege von Versuch und Irrtum entwickelt wird. Politische Institutionen wie die direkte Demokratie, Föderalismus, Gemeindeautonomie und Milizsystem schützen die Selbstorganisation bis heute nachhaltig und beschränken die politische Macht dieser Eliten.