Ganz knapp: →
Die EKAH kritisiert den Begriff „Genschere“ für seine irreführenden Assoziationen von Präzision und Kontrollierbarkeit. Der Begriff könnte die öffentliche Wahrnehmung der Genom-Editierung negativ beeinflussen. Der Bund plant, die Gesetzgebung zur Genom-Editierung zu reformieren, da diese Ergebnisse konventionellen Züchtungen ähneln. Radikale Gentechnik-Gegner positionieren sich gegen die Neubeurteilung der „Genschere“. Die EKAH hält fest, dass Metaphern wie „Genschere“ in staatlicher Kommunikation vermieden werden sollten, um neutrale Informationen zu vermitteln. Die Diskussion um den Begriff „klassische Mutagenese“ bleibt unberücksichtigt, obwohl ähnliche Bedenken geäußert werden könnten.
Die Fakten: Die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH, siehe hier) hat ein Problem mit dem Begriff «Genschere». Dieser suggeriere irrtümlich, dass das damit bezeichnete gentechnische Verfahren präzise, einfach und kontrollierbar sei. Die EKAH empfiehlt darum, diesen Begriff in der öffentlichen Kommunikation zurückhaltend zu verwenden und teilweise darauf zu verzichten.
Warum das wichtig ist: Die Genom-Editierung, auch als «Genschere» bezeichnet, ist ein neues Verfahren, das einen Quantensprung in der Pflanzenzüchtung darstellt. Der Bund ist im Moment daran, die Gesetzgebung in diesem Bereich neu zu regeln. Die EKAH mäkelt nun an den Begrifflichkeiten herum. Man muss vermuten, dass der wissenschaftliche Fortschritt in der Gentechnologie dieser Kommission grundsätzlich ein Dorn im Auge ist.
Das Zitat: «Geht es (...) um staatliche Kommunikation im Rahmen von Vernehmlassungen und Abstimmungen, ist auf diese Art der Verwendung von Metaphern [wie «Genschere»] zu verzichten. Sie [die Kommunikation] ist dann zu Neutralität verpflichtet und muss die Argumente für und gegen eine Vorlage möglichst einfach darlegen, ohne durch die Art der Erläuterung in eine bestimmte Richtung zu lenken.» (Die EKAH im Dokument «Metaphern im Bereich der neuen gentechnischen Pflanzenzüchtungsverfahren», siehe hier)
