Ganz knapp: →
Suisse Eole behauptet, 99,99 Prozent der Zugvögel würden über die Windräder auf dem Gotthardpass sicher fliegen. Die Studie, auf die sich der Verband stützt, dokumentiert 107 tote Vögel, extrapoliert jedoch eine höhere Zahl von 190 Vogelverlusten. Kritiker argumentieren, dass die Erfassung der Daten methodisch unzureichend ist und viele geflogene Vögel nicht in den potenziellen Kollisionsbereich der Rotoren gelangten. Frühere Studien zeigen, dass das Risiko eines Vogelschlags deutlich höher ist als von Suisse Eole angegeben. Die Argumentation des Verbands wird als tendenziös und propagandistisch eingestuft.
Die Ausgangslage: Suisse Eole, der Verband der Windenergie in der Schweiz, hat in einer Medienmitteilung behauptet, 99,99 Prozent der Zugvögel würden sicher über die fünf Windräder auf dem Gotthardpass fliegen (siehe hier).
Warum das wichtig ist: Getötete Vögel sind eines der wichtigsten Argumente gegen den Bau von Windrädern. Allerdings ist umstritten, wie viele Vögel wegen Kollisionen mit Rotoren von Windkraftanlagen wirklich ums Leben kommen. Wenn es aber nur jeder zehntausendste Zugvogel ist, wie Suisse Eole schreibt, wäre das Argument des Vogelschlags praktisch hinfällig. Doch ist die Zahl des Windkraft-Verbands stichhaltig?
Das Zitat: «Die 107 Vögel, die auf dem Gotthard tatsächlich tot aufgefunden wurden, entsprechen in etwa dem Speisezettel einer Katze in demselben Zeitraum.» (Argumentation von Suisse Eole für den Beobachtungszeitraum zwischen 2021 und 2024, siehe hier)
