Ganz knapp: →
Bürokratiewachstum in der Schweiz durch umfangreichere Regulierung und Outsourcing an die Privatwirtschaft. Staatsausgaben für externe Dienstleistungen steigen; Anteil der Löhne an Staatsausgaben sinkt. Klein- und Mittelunternehmen müssen zunehmend externe Experten für komplexe Vorschriften beauftragen. Outsourcing der Bürokratie schafft neue wirtschaftliche Chancen für Dienstleistungsunternehmen. Digitalisierung und KI führen zu weniger Arbeitskräften in der Produktion, während der wirtschaftliche Prozess komplexer wird.
Auch in der Schweiz ist die Bürokratie auf dem Vormarsch. Immer detailliertere Gesetze, immer umfangreichere Regulierung und immer intensiveres Controlling und Qualitätsmanagement fordern ihren Tribut. Das Bürokratiewachstum wird dabei meist mit einem Wachstum der Verwaltung und der dort beschäftigten Menschen gleichgesetzt. So sammeln die Jungfreisinnigen derzeit für eine Initiative, die eine «Verwaltungsbremse» einführen will, indem die Personalkosten des Bundes nicht kräftiger wachsen dürfen als der Medianlohn in der Schweiz.
Allerdings erfassen wir nur einen kleineren Teil des Bürokratiewachstums, wenn wir uns auf die öffentliche Verwaltung konzentrieren. Zwar ist der Anteil der Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung gemässe Zahlen des Bundesamtes für Statistik von 1995 bis 2025 von 4.8 Prozent auf 6.2 Prozent angestiegen, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Was wir vor allem beobachten, ist eine Verlagerung bürokratischer Tätigkeit zu privaten Unternehmen, da der Staat entsprechende Aufgaben zunehmend auslagert.