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Die Schweiz hat die höchste Anzahl an Ärzten der Geschichte, jedoch weniger Patienten pro Arzt. Offene Arztstellen wachsen schneller als die Zahl neuer Ärzte, ein Strukturproblem statt eines Mangels. Bürokratische Belastungen und administrativer Aufwand haben die tatsächliche Patientenkontaktzeit der Ärzte stark verringert. Um die Abhängigkeit von ausländischen Ärzten zu reduzieren, sind Reformen erforderlich: Aufhebung des Numerus Clausus und Reduzierung der Bürokratie im Gesundheitswesen. Ein nachhaltiger Lösungsansatz erfordert mehr Eigenausbildung und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Ärzte.
Im Abstimmungskampf zur 10-Millionen-Initiative wird das Gesundheitspersonal wieder einmal zum politischen Spielball. Was die Zahlen zeigen: Wir importieren keine Ärzte, wir verheizen sie – und füllen die Lücken mit fertig ausgebildeten aus dem Ausland. Während die Schweiz mehr Ärzte hat als je zuvor, sieht der einzelne Arzt immer weniger Patienten. Das ist selbst verschuldete Abhängigkeit, nicht Notstand.
Die Gegner malen den Kollaps von Pflege und Medizin an die Wand, als hinge das Schweizer Gesundheitssystem am nächsten Importflug aus dem Ausland. Das klingt dramatisch – und ist doch nur die halbe Wahrheit.
Die Schweiz hat heute so viele Ärzte wie nie zuvor. 1990 kamen rund drei praktizierende Ärzte auf 1000 Einwohner, 2024 sind es vier (insgesamt 42'602 Ärzte). Trotzdem wachsen die offenen Stellen viel schneller als die Ärzteschaft selbst. Zwischen 2018 und 2024 hat sich die Zahl der ausgeschriebenen Arztstellen fast verdoppelt, während die Ärzteschaft nur um rund 13 Prozent gewachsen ist.
