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Der überschätzte Chemieunfall von Seveso

Der überschätzte Chemieunfall von Seveso
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Der Dioxin-Unfall in Seveso geschah 1976 und gilt als wesentlicher Vorfall in der Chemiesicherheitsgeschichte. Es gab keine unmittelbaren Todesopfer, jedoch wurden psychische Leiden und erhöhte Sterblichkeit bei Anwohnern festgestellt. Chlorakne und ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten wurden dokumentiert, aber kein genereller Anstieg von Krebserkrankungen. Der Vorfall führte zu strengeren Sicherheitsvorschriften in der chemischen Industrie, den sogenannten Seveso-Richtlinien. Im Vergleich zu anderen Chemieunglücken, wie der Bhopal-Katastrophe, waren die Auswirkungen von Seveso relativ gering.

Die Ausgangslage: In diesem Monat jährt sich der Dioxin-Unfall im norditalienischen Seveso zum 50. Mal. «Das Gift von Seveso wirkt bis heute», behauptete die NZZ in einem Rückblick auf das Unglück.

Warum das wichtig ist: Seveso ist im letzten halben Jahrhundert zu einem Synonym für die Risiken der Chemieproduktion geworden. Doch stimmt es wirklich, dass der Unfall verheerend für die Gesundheit der betroffenen Anwohner war?

Das Zitat: «Seveso ist überall.» (Spruch von Umweltschützern, Journalisten und Wissenschaftlern um auszudrücken, dass das Unglück kein einmaliger Betriebsunfall gewesen sei, sondern ein Symptom einer modernen Industriegesellschaft, in der vergleichbare Risiken praktisch omnipräsent seien

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