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Max Imboden kritisierte 1964 den Reformstillstand in der Schweiz. Die heutigen Eliten verlieren das Vertrauen in unique Institutionen wie Föderalismus und direkte Demokratie und wollen Anpassungen an internationale Standards. Der Verlust von Wettbewerb und Vielfalt unter den Eliten führt zu einem Mittelmaß, das den kritischen Diskurs hemmt. Wichtige schweizerische Stärken wie direkte Demokratie und Neutralität werden zunehmend in Frage gestellt oder nicht mehr als wertvoll angesehen. Die Schweiz braucht Eliten, die ihre Institutionen als Erfolge statt als Makel begreifen.
Als der Jurist Max Imboden 1964 über das «helvetische Malaise» schrieb, beklagte er den Mangel an Reformwillen in der Schweiz. Das wurde zum Mantra der Eliten in Politik, Wissenschaft und Medien. Doch die Schweiz leidet nicht an einem Mangel an Reformen. Sie leidet an einem Mangel an Eliten, die noch wissen, was sie eigentlich reformieren sollen – und vor allem was nicht.
Kein anderes Land verfügt über so ungewöhnliche Institutionen wie die Schweiz. Föderalismus, Gemeindeautonomie, Milizsystem, direkte Demokratie und vor allem die Tradition, politische Macht zu beschränken, um den Bürgern zu vertrauen, sind keine historischen Zufälle. Sie sind das Ergebnis einer jahrhundertelangen Geschichte, in der Bürger Institutionen entwickelten, um ihre Angelegenheiten selber zu regeln, statt sie einer Obrigkeit zu überlassen.