Ganz knapp: →
70,2 Prozent der Schweizer lehnen die Neutralitätsinitiative von Christoph Blocher ab. Das Abstimmungsergebnis beschädigt den Ruf der Schweizer Neutralität und könnte international missverstanden werden. Blocher ist möglicherweise besorgt über sein Alter und die Auswirkungen auf zukünftige Abstimmungen. Vergleich von Blochers Einfluss mit dem seines Vorgängers Otto Fischer, der ebenfalls gegen den EWR kämpfte. Die Diskussion über die zukünftige Position der Schweiz, insbesondere bezüglich der EU-Rahmenverträge, wird immer relevanter.
Die Fakten: Gut 70 Prozent der Schweizer und 23 von 23 Ständen verwerfen die Neutralitätsinitiative von Christoph Blocher.
Warum das wichtig ist: Wer ist am meisten beschädigt? Unsere Neutralität – oder Christoph Blocher? Die erstere.
Was zu erwarten war, ist leider eingetroffen, deutlicher, schlimmer noch als befürchtet: Mit vernichtenden 70,2 Prozent haben sich die Schweizer und alle Stände gegen die Neutralität ausgesprochen, pardon: die Neutralitätsinitiative natürlich von der SVP. Doch das Missverständnis, das ich hier simuliere, scheint unvermeidlich, besonders im Ausland dürften aus diesem Ergebnis die falschen Schlüsse gezogen werden:
- Über 70 Prozent der Schweizer, so wird es heissen, wendeten sich neuerdings gegen die Neutralität. Endlich haben es auch die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen begriffen – ob das ein ehrliches Missverstehen ist oder eines mit Absicht: Spielt es eine Rolle?
- Dieses Resultat beschädigt den Ruf unserer Neutralität, und damit einen der USP, einen der Unique Selling Points, den Markenkern unserer Schweiz.
Das ist ein Unglück.