Ganz knapp: →
79 Prozent der Schweizer wollen bestehende AKWs weiterbetrieben. 59 Prozent unterstützen den Bau neuer AKWs der neuesten Generation. Der Gesellschaftswechsel wird durch Sorgen um zukünftige Stromversorgung und misstrauische Haltung gegenüber erneuerbaren Energien erklärt. Umfrage zeigt, dass 58 Prozent der Befragten befürchten, in zehn Jahren nicht genug Strom zu haben. Schwarzgelben Initiative zur Aufhebung des Technologieverbots gegen Atomenergie würde heute von 55 Prozent akzeptiert.
Die Fakten: 79 Prozent der Schweizer wollen die AKWs weiterlaufen lassen, 59 Prozent sind für neue AKWs, sofern sie der neuesten Generation entsprechen.
Warum das wichtig ist: Die Vernunft kehrt zurück. Es zeichnet sich die vielleicht grösste Niederlage der Linken ab.
Es war schon immer ein verblüffender, vielleicht unnatürlicher Vorgang gewesen:
Dass die Linke, insbesondere die Grünen, es fertiggebracht hatten, dass eine Mehrheit der Schweizer 2017 faktisch den Atomausstieg beschlossen hatte.
- Verblüffend und unnatürlich war dieser grüne Durchbruch, weil die Schweizer zuvor jede Initiativegegen die Atomenergie solid verworfen hatten – mit Ausnahme des «Moratoriums» für den Neubau von AKWs, das 1990 durchgekommen war, aber eben nur als zehnjähriger Neubaustopp. Grundsätzlich hatten die Schweizer immer an der Atomenergie festgehalten. Vom Abschalten der bestehenden Anlagen war ohnehin nie die Rede gewesen.
- Insgesamt hatte es seit 1979, dem Höhepunkt der Anti-Atom-Bewegung, etwa 7 grosse Entscheide auf Bundesebene gegeben, wovon, wie gesagt, 6 abgelehnt worden waren. In der Regel waren es klare Fälle: über 45 Prozent kam die Linke kaum je hinaus.