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10-Millionen-Schweiz: Kneschaureks «Fehlprognose» wird real

10-Millionen-Schweiz: Kneschaureks «Fehlprognose» wird real
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Francesco Kneschaurek war ein einflussreicher Ökonom und Zukunftsforscher in den 70er Jahren. Er wies die Behauptung zurück, er habe eine Zehn-Millionen-Schweiz vorhergesagt. Aktuell wird jedoch erwartet, dass die Schweiz bald eine Bevölkerung von zehn Millionen erreichen wird. Probleme wie Bevölkerungsdruck, Zersiedelung und Wohnungsnot sind heute bereits deutlich spürbar. Es wird vor simplen Prognosen gewarnt, die gegenwärtige Trends nicht kritisch hinterfragen.

Mit nichts konnte man Francesco Kneschaurek als Tischnachbar schneller auf die Palme bringen als mit der Bemerkung, er habe ja seinerzeit die Zehn-Millionen-Schweiz vorhergesagt. Dann lief er rot an und erklärte mit lauter Stimme, das habe er nie gesagt, das sei eine bösartige Unterstellung seiner Gegner. Heute wäre der damalige HSG-Rektor und Star der Zukunftsforscher vielleicht stolz auf die Prognose, deren Erfüllung wir uns offensichtlich Schritt für Schritt annähern.

Francesco Kneschaurek war in den 70er Jahren als Hochschullehrer und HSG-Rektor, Ökonom, Zukunftsforscher und Experte für fast alle volkswirtschaftlichen Probleme ein Name, um den in der Schweiz kein Medium und kein Podiumsveranstalter herumkam. Auch der Bundesrat nahm die Dienste des umtriebigen Ökonomen in Anspruch: als Delegierten für Konjunkturfragen und vor allem als Beauftragten für die «Perspektivstudien für die schweizerische Volkswirtschaft bis ins Jahr 2000».

Es waren die Jahre des vermeintlichen Wachstums ohne Grenzen, das in Politik und Gesellschaft aber auch wachsendes Unbehagen hervorrief. Ebenso wie das Bevölkerungswachstum, das auf schwindelerregende 6 Millionen Einwohner zusteuerte.

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